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Opium fürs Volk Afghanistan Suizid
Von Doc W, der Teiledealer | 20.November 2009
Lange habe ich überlegt, ob ich meinen Senf zu diesem Thema dazugeben soll. Da mir aber nun mittlerweile aus verschiedenen Ecken ein Argument zu Ohren gekommen ist, dass auch mir durch den Kopf gegangen ist, will ich damit auch nicht hinterm Berg halten.
Wenn ein Mensch für sich beschließt seinem Leben selbst ein Ende zu setzen, muss die Welt rundrum diesen Entschluss akzeptieren. Und auch Trauer und Anteilnahme sind dann gerechtfertigt, natürlich…da besteht kein Zweifel. Die Frage ist nur, in welchem Umfang dies die “zurückgelassene” Welt dann macht. Wie groß darf der “Hype” um den Tod eines Menschen sein?
Ist Trauer heute ein öffentliches Ereignis oder sollte die Gesellschaft soviel Pietät besitzen und den Angehörigen und wirklichen Freunden eine Form privater Trauer zugestehen? Und sollten diese Angehörige nicht aus Respekt vor dem Verstorbenen ihre Trauer nicht auch in privatem Rahmen halten. Mir kommt dabei immer der Satz in den Sinn: “Man stirbt immer allein…” Zum ersten Mal in diesem Jahr stellte sich mir diese Frage beim Tod Michael Jacksons, dessen Tod zum absoluten Medienereignis stilisiert wurde.
Aber das ist nicht der wirkliche Ansatz für diesen Post.
Da entscließt sich ein deutscher Profifußballer seinem Leben ein Ende zu setzen. Diese Entscheidung muss man wie gesagt akzeptieren. Aber danach läuft eine Riesenmedienmaschine an und es wird ein Riesenaufwand betrieben um die Spaßgesellschaft von diesem Menschen zu verabschieden.
Und dann denkt man nen Moment länger nach und sagt sich, was geht hier eigentlich los?
Wir befinden uns in einem völlig sinnlosen Krieg in Afghanistan. Politisch und wirtschaftlich eigentlich total sinnlos und trotzdem stehen tausende Soldaten genau dort und riskieren ihr Leben für die große Politik und ein Volk, dass dieTruppen eigentlich gar nicht da haben will. Und sterben…unbeachtet von der Öffentlichkeit, uninteressant für die Medien, weil unattraktiv für die täglichen Nachrichten. Niemand will sich seinen Feierabend durch noch mehr Wahrheit kaputt machen lassen. Niemand interessiert sich für die Toten in diesem Krieg oder wird verhindert, dass man sich interessiert….oder interessieren kann, weil ganz einfach der Informationsfluss möglichst dünn gehalten wird. Und so wundert es mich nicht, dass es an verschiedenen Ecken und gerade auch in der Bundeswehr zu rumoren scheint, wenn man mit scheinheiliger “Sensibilität” auf den wirklichen Stützen unserer Gesellschaft herumtritt.
Und dann gehen 10000de lieber in ein Stadion und lassen sich von etwas “Opium fürs Volk” die Sinne vernebeln zu lassen…und einen Fußballer, der alles hatte, was er brauchte und wollte außer die Akzeptanz für eine Krankheit und die entsprechende Hilfe in die ewigen Jagdgründe verabschieden….
Aber so kann sich die große Masse weiter bei Brot und Spielen weiter einreden, die Welt sei schön….ist sie nur nicht…
Es kann so “schön” sein öberflächlich zu sein….
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